Wunderkammer

Im Jahr 2015 wählte der Chanel-Chef-Designer Karl Lagerfeld als Setting für seine Haute-Couture-Schau in Paris, eine Spielhölle à la Casino Royal. Hollywoodstars traten in surrealistisch anmutenden Abendroben auf, eine Anspielung auf den exzentrischen Stil des Art Déco der 1910er Jahre?
Aus dieser Zeit jedenfalls stammt diese glamouröse Casinoszene des Berliner Illustrators und Malers Ernst Lübbert (1879-1915), der sich auch als Karikaturist einen Namen machte.
Und so ist es nicht überraschend, dass auch dieses Plakat der legendären Reklamesammlung Karl Lagerfelds enstammt. Die Ästhetik der Werbekunst der 1910er Jahre, bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, hatten es den Modedesigner Karl Lagerfeld, angetan. Scherenschnitthafte Figurensilhouetten, auf die vier Farben gelbgold, graugrün, schwarz und weiß konzentriert, erinnert diese bestechende Lithographie an Darstellungen der Pariser Gesellschaft von dem Künstler Henri Toulouse Lautrec.
Hierbei handelt es sich allerdings um eine ausgelassene Tanzszene aus dem Berliner Nachtleben. Die deutsche Hauptstadt konkurrierte zur damaligen Zeit mit der französischen Metropole, versuchte ihr modisch und künstlerisch den Rang abzulaufen.

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