Maria Sibylla Merian

Diese zauberhafte Naturstudie, die zugleich drei Blumenarten inkl. Insekten in einer Darstellung vereint, zählt zu den gesuchtesten Blättern der Künstlerin und Wissenschaftlerin Merian. Lilie, Schneeglöckchen und dreifarbige Winde blühen nicht etwa zur gleichen Zeit, nein, zusammen bilden sie eine Zeitspanne der Blütenpracht, die von Februar bis September reicht. Warum nun die renommierte Naturforscherin ausgerechnet diese Blumentypen zusammenbringt, verrät uns sicherlich die Lektüre ihres „Blumenbuchs“, aus dem der kolorierte Kupferstich stammt. Auf naturgetreuen Bildtafeln, die nicht nur zu Lebzeiten, sondern bis heute, einen Kultstatus erleben, baut Merian ihr Lebenswerk auf. Dabei konzentriert sie sich in ihren Studien stets auf das Zusammenspiel von Blumen und Insekten, dokumentiert zeichnerisch die Lebenszyklen der Tiere, während sie die Pflanzen in voller Blüte zeigt. Schon in den niederländischen Stillleben des frühen 17. Jahrhunderts finden sich Insekten wie Motten und Schmetterlinge, die als Vanitassymbole das Licht umschwärmen. Die Symbolkraft jeder einzelnen Blume in der Kunst, ist zudem groß, so steht beispielsweise die weiße Lilie für Jungfräulichkeit und das Schneeglöckchen ist Symbol des Jugendstils. Die Tradition der Blumenmalerei nach niederländischem Vorbild, hat Maria Sybilla Merian mit ihren bahnbrechenden Arbeiten künstlerisch belebt.

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