Originaltyposkript des malenden Dichters, illustriert mit einem reizvollen Aquarell.
Häuser am Abend
Im späten schrägen Goldlicht steht
Das Volk der Häuser still durchglüht,
In kostbar tiefen Farben blüht
Sein Feierabend wie Gebet.
Eins lehnt dem andern innig an,
Verschwistert wachsen sie am Hang,
Einfach und alt wie ein Gesang,
Den keiner lernt und jeder kann.
Gemäuer, Tünche, Dächer schief,
Armut und Stolz, Verfall und Glück,
Sie strahlen zärtlich, sanft und tief
Dem Tage seine Glut zurück.
Aus der Gedichtsammlung „Sommer 1933“. Hesse schuf solche Gedichtsammlungen in mehreren Exemplaren und schenkte sie Freunden oder verkaufte sie an Bewunderer seiner Werke. Diese Zusammenstellungen sind allesamt besondere Einzelstücke, die in der Auswahl der Gedichte und Illustrationen variieren.