Ausstellung vom 7. November 2026 bis 16. Januar 2027
Armin Mueller-Stahl (geb. 1930) ist ein vielfach preisgekrönter Universalkünstler, wie es aufgrund des gegenwärtigen Spezialisierungsdrucks nur noch Wenige gibt. Musikalisch, schauspielerisch, schriftstellerisch sowie zeichnerisch und malerisch ist er zeitlebens tätig. Dass er gleichermaßen auf allen diesen Feldern aktiv ist und sein qualitätvolles künstlerisches Schaffen ineinandergreift, ist phänomenal.
Seine Karriere als Schauspieler begann in der DDR, dort avancierte er bereits zum Star, setzte diesen Erfolg nach seiner Ausreise 1980 in der BRD fort und mündete in Hollywoodfilmen. Ab den 1980er Jahren feierte er in den USA Erfolge, er spielte mit Ikonen wie Meryl Streep (in: Das Geisterhaus von 1993, nach dem Roman von Isabel Allende) und Tom Hanks (in: Illuminati von 2009, nach dem Roman von Dan Brown) .
Wir werfen in unserer aktuellen Ausstellung einen Blick auf seine bildende Kunst, in der die Biografie des heute 95jährigen gespiegelt wird. Illustrationen seiner Bühnen- und Filmrollen skizziert er mit Feder und Tuschpinsel, porträtiert Schriftsteller, allen voran Thomas Mann, und Musiker wie Pablo Casals, amerikanische Regisseure wie Billy Wilder, Politiker wie Nelson Mandela und weitere Wegbegleiter in Ölfarbe, meistens unter Verwendung von Papieren, die ihm im Moment unmittelbar zur Verfügung stehen, mal ein Hotelbriefbogen, ein Blatt eines Probenplans oder die Seite eines Drehbuchs.
Mueller-Stahl nutzt Aufenthalte in Hotels, die Pausen seiner Dreharbeiten, in denen er zum Stift greift und mit konzentrierten dynamischen Linien und farbigen Akzenten seine Figuren entwickelt. Dabei rückt er seine Menschenbildnisse in Kontexte, die verwoben sind mit seiner aktuellen schauspielerischen Tätigkeit, platziert seine Figuren häufig auf Drehbuchseiten zum filmischen Doku-Drama „Die Manns. Ein Jahrhundertroman“ von Heinrich Breloer aus dem Jahr 2001, in der er Thomas Mann verkörpert, seine Paraderolle.
Sein stilistisch eigenwilliges und eigenständiges bildnerisches Werk wird mit einer Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland gewürdigt, so im Filmmuseum Potsdam, im NRW-Forum Düsseldorf, im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, in Los Angeles, in Rom – und bei Felix Jud in Hamburg.