Ausstellung bis 9. April 2026
Christopher Schultz-Brummer (1940-2022) stellte zuletzt bei Felix Jud aus, als der Gründer der historischen Bücherstube, Felix Jud, noch lebte. Zwischen dem Künstler und dem Buchhändler verband sich eine von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Bekanntschaft: Schultz-Brummer war über viele Jahre ein passionierter Kunde des Hauses, ein freundlicher, zurückhaltender Besucher, der dennoch stets zu anregenden Gesprächen mit Jud bereit war.
Das Œuvre Schultz-Brummers, vor allem seine Kreidearbeiten auf Papier und Sperrholz sowie seine Holzarbeiten, zeichnet sich durch eine besondere Sensibilität für Bildsprache und Narrativ aus. In seinen Kompositionen entfaltet sich eine Ästhetik des Ephemeren: Linien lösen sich auf, Formen scheinen im Übergang begriffen, als befänden sie sich in einem schwebenden Zustand zwischen materialisierter Präsenz und ätherischer Auflösung. Diese bewusste Verwischung der Kontur – in der kunsttheoretischen Perspektive auch als Infragestellung der klassischen „contour“ lesbar – öffnet einen Raum produktiver Ambiguität. Schulz-Brummers Werke zelebrieren nicht den Verlust der Form, sondern den Moment ihrer Transformation.