Ausstellung vom 2. September – 31. Oktober 2026
FELIX JUD COTTAGE auf Sylt
Eine von der Zivilisation weitgehend unberührte Natur findet Erich Heckel (1883-1970) auf Sylt vor. Und so hält er sich von 1921 bis 1965 regelmäßig dort auf, bevorzugt in Kampen. „Die Nordsee ist unerhört und für mich sehr wohltuend“, schreibt Heckel 1923 von der Insel an Bekannte.
Erprobt hatte er das Leben an der Küste zuvor in seinem Bauernhaus an der Flensburger Förde.
Erich Heckel, der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus und Gründungsmitglied der Künstlergruppe Die Brücke widmet sich auf der Nordseeinsel insbesondere der Aquarellmalerei. Es entstehen Strand-, Dünen- und Wolkenlandschaften.
Die Wattlandschaft aquarelliert Heckel mit einem luziden, transparenten Farbauftrag und erarbeitet mit dem Pinsel eine tiefe hügelige sandige und bewachsene Ebene, eine helle weite stille Wasserfläche und einen lichtdurchfluteten Himmel mit sehr plastischen Wolkenformationen.
Neben der Malerei experimentiert Heckel zudem immer wieder mit verschiedenen Drucktechniken, wie dem Holzschnitt, der Lithografie und der Radierung. Die Blätter druckt er im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern selbst. Während des manuellen Arbeitsprozesses entstehen unterschiedliche Druckbilder, die seinen Handabzügen in geringer Stückzahl Unikat-Charakter verleihen.
Die Farblithographie Am Watt in unserer Ausstellung wirkt wie gemalt.
Thematisch ist deutlich erkennbar, dass Heckel eine Vorliebe für Landschaftsräume hegt, in denen die Kräfte und Mächte der Natur spürbar werden. Er reagiert mit dynamischer Expressivität auf die Naturbeobachtung, lässt durch flächige Hell-Dunkel-Kontraste mit gebrochenen Konturlinien eine rhythmische Szenerie entstehen, so in unserem Holzschnitt Knabe am Strand von 1933.
Auch erstklassige Gemälde schafft er, darunter das Bild Dünenlandschaft auf Sylt, das sich heute in der Neuen Nationalgalerie Berlin befindet.