Am 18. Juni 2026 um 18 Uhr begrüßt FELIX JUD die amerikanische Malerin Helen Berggruen zu einem besonderen Künstlergespräch in der Buch- und Kunsthandlung am Neuen Wall.
Im Mittelpunkt des Abends stehen Berggruens Arbeiten über Bücher, Räume und Gegenstände des täglichen Lebens, in denen sich Literatur und Malerei auf besondere Weise verbinden. Gemeinsam mit Christiane Gräfin zu Rantzau und Robert Eberhardt spricht Helen Berggruen über ihre künstlerische Praxis, ihre Atelierarbeit sowie über die besondere Rolle von Büchern in ihrem Werk.
Anlass des Abends ist die Präsentation des neu erschienenen Buches „The Song Inside of Things“ (Hurtwood Press). Der auf ein deutsches Sprichwort anspielende Titel versammelt Abbildungen ihrer Stillleben, Interieurs, Farm-Landschaften, Pariser Seine-Barken und Porträts. Ergänzt wird der Band durch einen Essay des renommierten Kunstkritikers Craig Burnett, ein Vorwort von Mary Kate Tankard sowie ein Interview mit Helen Berggruen von Jeff Gunderson.
Gezeigt wird unter anderem das Gemälde „Fall Harvest with Open Book“ (2018), ein zentrales Beispiel ihrer poetischen Bildsprache.
Außerdem bringt Helen Berggruen einige Exemplare ihres Künstlerbuchs „Book Life“ mit nach Hamburg, eine gemeinsame Publikation mit der Autorin und Buchgestalterin Emily McVarish, die Arbeiten versammelt, in denen Bücher als Motiv erscheinen.
Helen Berggruen lebt und arbeitet in Kalifornien. Als Tochter des Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen ist ihre Biografie zugleich mit einer bedeutenden deutschjüdischen Familiengeschichte verbunden. Heinz Berggruen, 1914 in Berlin geboren, verließ Deutschland 1936 angesichts der nationalsozialistischen Verfolgung und emigrierte in die Vereinigten Staaten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo er zu einer der prägenden Persönlichkeiten des internationalen Kunsthandels wurde und eine der bedeutendsten Sammlungen der Klassischen Moderne aufbaute. Berlin und Paris bilden seither zentrale Bezugspunkte der Familiengeschichte: Berlin als Ort der Herkunft, des Verlusts und der späteren Rückkehr, Paris als Ort des Neubeginns und der kulturellen Entfaltung.
Nach der deutschen Wiedervereinigung erhielt diese Verbindung eine besondere Bedeutung, als Heinz Berggruen seine Sammlung nach Berlin brachte; sie bildet heute den Grundstock des Museum Berggruen. Die Rückkehr der Sammlung in die Stadt, aus der ihr Eigentümer einst als jüdischer Emigrant hatte fliehen müssen, wurde vielfach als Zeichen kultureller Versöhnung verstanden. Vor diesem Hintergrund gewinnen auch Helen Berggruens konzentrierte Darstellungen von Büchern, Interieurs und persönlichen Gegenständen eine besondere Resonanz, in der sich Fragen von Erinnerung, Herkunft und kultureller Überlieferung mit den Möglichkeiten der Malerei verbinden.
Ihre Werke wurden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.
Eintritt 15 Euro inklusive Getränke