Freitag - Horst Janssen
Signiert, datiert und bezeichnet unten rechts: „3.2.78 Janssen Freitag“

Horst Janssen (1929–1995) war ein außergewöhnlicher deutscher Künstler, der vor allem durch seine Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und Lithografien bekannt wurde. Geboren und gestorben in Hamburg, entwickelte er ein Werk, das stark autobiografisch geprägt ist und sich intensiv mit den Themen Tod, Vergänglichkeit und Selbstreflexion auseinandersetzt. Besonders seine Selbstbildnisse und Vanitas-Stillleben nehmen innerhalb seines Œuvres eine zentrale Stellung ein und verdeutlichen seine fortwährende Beschäftigung mit der eigenen Existenz.

Kunsthistorisch ist Janssens Werk vor allem in der Tradition der klassischen Grafik verankert. Er knüpfte bewusst an die großen Vorbilder der Kunstgeschichte an, insbesondere an Albrecht Dürer, Rembrandt und Francisco de Goya, deren Einfluss sich in der hohen handwerklichen Präzision, der ausgeprägten Linienführung und der intensiven Ausdruckskraft seiner Arbeiten zeigt. Seine Meisterschaft in verschiedenen grafischen Techniken begründete seinen Ruf als Virtuose der Zeichenkunst.

Obwohl Janssen zeitgleich mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen des 20. Jahrhunderts arbeitete, lässt sich sein Werk weniger über stilistische Zuordnungen als über seine inhaltliche Tiefe und technische Qualität fassen. Seine exzentrische Persönlichkeit und sein kompromissloses Arbeiten trugen wesentlich zur Wirkung seiner Kunst bei. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, unter anderem im Horst-Janssen-Museum in Oldenburg, zeugen von der nachhaltigen Bedeutung seines Werkes, das bis heute die Kunstwelt beeindruckt und inspiriert.

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