Originaltyposkript des malenden Dichters, illustriert mit einem reizvollen Aquarell.
Im trocknen Grase lärmen Grillenchöre,
Heuschrecken flügeln am verdorrten Rain,
Der Himmel kocht und spinnt in weisse Flöre
Die fernen bleichen Berge langsam ein.
Es knistert überall und raschelt spröde,
Auch schon im Wald erstarren Farn und Moos,
Es blickt im dünnen Dunst der Himmelsöde
Die hohe Sonne weiss und strahlenlos.
Einschläfernd laue Mittagslüfte schleichen.
Das Auge schliesst sich müd… Es spielt das Ohr
Im Traum sich die ersemten, gnadenreichen
Klangströme kommender Gewitter vor.
Aus der Gedichtsammlung „Sommer 1933“. Hesse schuf solche Gedichtsammlungen in mehreren Exemplaren und schenkte sie Freunden oder verkaufte sie an Bewunderer seiner Werke. Diese Zusammenstellungen sind allesamt besondere Einzelstücke, die in der Auswahl der Gedichte und Illustrationen variieren.