Wunderkammer

Thomas Mann folgte, gemeinsam mit seiner Ehefrau Katja, einer Einladung zur Goethe-Feier in Weimar. Dort wurde ihm sowohl die Ehrenbürgerschaft der Stadt, als auch der „Goethe-Nationalpreis 1949″ verliehen. Mit nachdenklich, bewegten Gesichtszügen sieht man Thomas Mann beim Festakt, mit seiner Ehefrau im Hintergrund und Blumenbouquet im Vordergrund, auf der Fotografie von Stefan Moses. In der 2013 veröffentlichten Fotostrecke „Deutschlands Emigranten““, aus der auch diese Aufnahme stammt, durchleuchtet der Fotograf Stefan Moses das Menschenschicksal Emigration mit seinen unterschiedlichen Facetten. Die Fotografien zeigen vor allem Schriftsteller, bildende Künstler, Schauspieler, Politiker und andere Intellektuelle. Gewürdigt wurden Moses fotojournalistischen Arbeiten 2021 in einer Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum. Mit Blick auf seine Biografie nannte Stefan Moses sich selbst einen „potenziellen Emigranten“. Geboren 1928 in Liegnitz, als Sohn eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter, überlebte er die Zeit des Nationalsozialismus in Schlesien und zuletzt in einem Zwangsarbeitslager interniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete Moses zunächst nach Thüringen, wo er eine in Breslau begonnene Lehre zum Fotografen beendete. München wurde ab 1950 zu seiner Wahlheimat. Eine Reihe von Fotoreportagen legten den Grundstein für seine Karriere als einer der gefragtesten Fotografen der BRD, insbesondere auf dem Gebiet der Porträtfotografie.“

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